Ein bisschen mulmig war mir schon zumute, so einfach meine Haare abschneiden zu lassen! Und dann beeindruckten und überwältigten mich schon allein die Proben der Zeremonie unglaublich! Zum Glück war ich nicht ganz alleine dabei. Keizan, der Tempelleiter, beschreitet im Gegensatz zu mir schon als ganz junger Mann den Zen-Weg! Überhaupt sollen wir uns zum Ablauf nicht die geringsten Gedanken machen, man würde uns durch alle Schritte hindurchführen.
Wie schön, dass wir alle durch das vorangegengene Sesshin schon in einer ruhigen und beschaulichen Stimmung waren. Morgens um 7 Uhr wurden wir dann von mehreren Mönchen und Nonnen abgeholt. Im Beisein von Joan Roshi und Beate Sensei, die uns wechselseitig aus Dogens Shobogenzo das Kapitel Power of the Robe vorlasen, fielen nun langsam alle Haarsträhnen herab. Eine recht mühevolle Arbeit für Doshin bei mir, erst einmal grob vorschneiden und dann ganz sanft die letzten Reste abrasieren! Das erste Foto wurde aufgenommen, als ich mich selbst noch gar nicht richtig im Spiegel betrachtet hatte.
Anschließend frühstückten wir und hatten dann in einem kleinen Tempel zwei Stunden Zeit zur besinnlichen Meditation.


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