Samstag, 9. April 2011

Emille Bell

Unsere Glocke ist der Nachguss einer historischen Glocke in Korea. Die Glocke wird als Meisterstück der Kunst des Vereinigten Silla (Reiches, die Zeit von 645 -  935 n.Chr.) betrachtet. Sie ist unter den koreanischen Bronzeglocken einzigartig, da sie einen kleinen ausgehöhlten Kanal nahe am Aufhänger aufweist. Die Gesamtstruktur, einschließlich der dekorativen Elemente produzieren einen großen Bereich der Tonfrequenz; der Kanal dämpft die hohen Frequenzen, das trägt zu einem charakteristischen Anschlag bei.

Der Aufhänger ist in der Form eines Drachenkopfes. Es gibt viele Reliefmuster, u.a. Blumen-Muster am unteren Rand und oben an der Wölbung. Außerdem gibt es Reliefs als Lotus-Blume, Gräser und zwei Apsaras (himmlische Schönheiten). Der Anschlagpunkt befindet sich zwischen diesen Apsara Reliefen und ist auch in der Form einer Lotus-Blüte.

Legende:
Die Glocke ist in englischer und koreanischer Sprache allgemein als Emillie Glocke bekannt, Emillie ist ein alter Silla-Ausdruck für „Mama“. Nach der Legende gab die erste Glocke, die gegossen wurde, keinen Ton beim Anschlagen. Sie wurde mehrere Male neu gegossen, aber ohne Erfolg. Der König, der das Gießen der Glocke veranlasst hatte, verstarb nach einer Weile und sein Sohn übernahm mit Hilfe seiner Mutter die Herrschaft.
Der Sohn führte fort, was sein Vater begonnen hatte, aber wiederum ohne Erfolg. Dann träumte später ein Mönch, dass ein Kind in das Metall eingegossen werden müsse, dann würde die Glocke klingen. Der Mönch nahm dann ein Mädchen aus dem Dorf und goss sie in das Metall ein. Als die Glocke fertig war, gab sie den wundervollsten Klang, wenn sie angeschlagen wurde.
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Im Buddhismus wird der Glocke das weibliche Prinzip oder die Weisheit zugeordnet, während der Dorje/Vajra, der Donnerkeil, das männliche Prinzip und die geschickten Mittel (Mitgefühl) verkörpert. Beides zusammen stellt die Versinnbildlichung der Vereinigung von Gegensätzen dar. Demnach heißt es auch: Buddhas Weisheit zerstört die Mauern in den Köpfen der Leute, gerade wie der klangvolle Ton der Tempelglocken die Menschen aus ihrem tiefen Schlaf wecken. Die nach unten gerichtete Öffnung der Glcoke symbolisiert den Wunsch auch die fühlenden Wesen in der Hölle zu retten, da ihr wiederhallender Klang tief in die Erde eindringt.


Die Glocke klingt wunderschön und lange anhaltend. Ich hatte den Eindruck, dass sie durch unsere Konzentration auf ihren Klang bei der Einleitung der Meditation, leicht weg von unserem Alltagsbewusstsein hin zur Beobachtung unseres Geistes führt.
(Bilder von Norbert)

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